Finanzamt Sonderregelung betreffend Coronavirus vom 14.03.2020

Finanzamt Sonderregelung betreffend Coronavirus vom 14.03.2020

Das Bundesministerium hat in einer Information vom 14.03.2020 für alle Steuerpflichtigen, die aufgrund des Coronavirus einen Liquiditätsengpass erleiden, die Möglichkeit geschaffen, über nachfolgende Anträge schnell und unbürokratisch zu entscheiden.

Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige glaubhaft machen kann, dass der Liquiditätsengpass auf den Coronavirus zurückzuführen ist. Für die Glaubhaftmachung reicht die Angabe im Antrag, dass der Steuerpflichtige aufgrund seiner betrieblichen Tätigkeit (Angabe der Branche…) von den Auswirkungen der SARS-CoV-2-Virus-Infektion betroffen ist.

1. Einkommen- und Körperschaftsteuervorauszahlungen 2020

a. Herabsetzung von Einkommen- und Körperschaftsteuer für 2020

Ein Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen für das Jahr 2020 kann bis 31.10.2020 gestellt werden. Die voraussichtliche Minderung der Bemessungsgrundlage muss glaubhaft gemacht werden. Die Anträge sind vom Finanzamt sofort zu erledigen.

b. Nichtfestsetzung von Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen 2020

Sofern nicht ohnedies ein Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen nach Punkt 1 gestellt wurde, kann der Steuerpflichtige beim Finanzamt anregen, die Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für das Jahr 2020 zur Gänze nicht festzusetzten oder auf einen niedrigeren Betrag festzusetzen. Der Steuerpflichtige muss einen liquiditätsmäßigen Notstand glaubhaft machen. Das Finanzamt hat die Anregung sofort zu erledigen.

c. Abstandnahme von Anspruchszinsen 2020

Kommt es bei der Veranlagung der Einkommen- oder Körperschaftsteuer 2020 aufgrund der herabgesetzten Vorauszahlungen dann doch zu einer Nachzahlung, hat das Finanzamt von der Festsetzung von Anspruchszinsen (derzeit 1,38%) von Amts wegen Abstand zu nehmen.

2. Abgabeneinhebung

Bei allen nachfolgend angeführten Anträgen hat der Steuerpflichtige eine konkrete Betroffenheit glaubhaft zu machen.

a. Stundung und Ratenzahlung

Anträge auf Stundung oder auf Ratenzahlungen sind vom Finanzamt sofort zu bearbeiten. Sie haben bei der Erledigung des Antrages auf die besondere Situation Bedacht zu nehmen.

b. Stundungszinsen

Beim Antrag auf Stundung oder Ratenzahlung kann der Steuerpflichtige gleichzeitig anregen, von der Festsetzung von Stundungszinsen (derzeit 3,88%) abzusehen.

c. Säumniszuschläge

Der Steuerpflichtige kann beim Finanzamt beantragen einen verhängten Säumniszuschlag herabzusetzen bzw. nicht festzusetzen.