Weitere Hilfsmaßnahmen für Unternehmen nach Bundesländern

Weitere Hilfsmaßnahmen für Unternehmen nach Bundesländern

25.03.2020

Aktuelle wurden - bundesländerspezifische - Fördermaßnahmen beschlossen.

ALLE BUNDESLÄNDER

1. WKO

  • Die WKO setzt die Vorschreibung der Grundumlage für dieses Jahr bis auf weiteres aus. Bereits erfolgte Vorschreibungen für das Jahr 2020 können die Unternehmen als gegenstandslos betrachten.
  • Stundung bzw Ratenzahlung der Kammerumlage 1 und Kammerumlage 2 im Falle einer wirtschaftlichen Notlage möglich

WIEN

2. Förderung von Home-Office-Arbeitsplätzen

  • Mithilfe eines Fonds der Stadt Wien iHv € 2 Mio
  • Die Wirtschaftsagentur Wien unterstützt mit dem Förderprogramm Projekte, die die Einrichtung von Telearbeitsplätzen sowie die Schaffung einer stabilen Kommunikation zwischen den Telearbeitsplätzen und dem Unternehmensstandort bzw –standorten zum Inhalt haben. Dazu gehören:
    • Beratungsmaßnahmen durch Dritte zur hard- und softwaremäßigen Ausstattung des Telearbeitssystems, IT-Hardware und Software
    • Intensive Maßnahmen für IT-technische Einrichtungen
  • Voraussetzung:
    • Kleine und mittlere Unternehmen sowie Kleinstunternehmen mit Betriebsstätte in Wien (gem EU-Definitionen: https://www.wko.at/service/zahlen-daten-fakten/KMU-definition.html) und
    • Sie ihren städtischen Abgabeverpflichtungen regelmäßig und vollständig nachkommen, und
    • Sie nicht nach der Richtlinie Home Office der Stadt Wien ausgeschlossen sind;
    • ausgeschlossen sind:
      • GesbR und Arbeitsgemeinschaften,
      • Interessensvertretungen,
      • Öffentlich-rechtliche Gebietskörperschaften,
      • Rechtsträger, die überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert werden und nicht plausibel nachvollziehbar darlegen können, dass die Gewährung einer Förderung im Rahmen dieser Richtlinie nicht zu einer Substituierung anderer öffentlicher Mittel führt,
      • Stiftungen
      • Unternehmen mit einem anhängigen Insolvenzverfahren
    • Kosten müssen in unmittelbarem Projektzusammenhang stehen, tatsächlich angefallen sein und klar definiert, ortsüblich und von der Antragstellerin bzw vom Antragsteller selbst getragen werden;
    • Kosten müssen zwischen 1.3 und 31.12 2020 angefallen sein
  • Förderquote: 75%, bis zu € 10.000,00 pro Projekt; nach Maßgabe verfügbaren Budgetmittel
  • Antragstellung mit dem Online-Förderantrag ab 1.3.2020 rückwirkend: https://wirtschaftsagentur.at/foerderungen/programme/home-office-131/
    • bis 31.12.2020 möglich
    • pro Unternehmen bzw Unternehmensgruppe nur einmalig möglich

 

NIEDERÖSTERREICH

3. Existenzsicherungszuschuss der WKNÖ

  • Einmaliger Zuschuss von bis zu € 5.000,00 pro Unternehmen
  • Voraussetzungen:
    • Einzelunternehmen und Kleinstunternehmen mit max 10 Beschäftigten
    • Mindestens zweijährige WK-Mitgliedschaft zum Zeitpunkt der Antragstellung
    • Tatsächlicher Umsatzrückgang durch COVID 19 muss im Vergleich zu den Monaten im Vorjahr nachgewiesen werden (bloße Prognoserechnung nicht ausreichend)
  • Antragstellung: frühestens Anfang April für den Monat März 2020!
    • Bis zu 6 Monate ab Ende des Umsatzrückgangs bzw bis spätestens 31.12.2020
    • Bei der regional zuständigen WK-Bezirksstelle per Fax, Post oder E-Mail
    • Formular unter: https://www.noebeg.at/downloads/

4. Land NÖ Finanzierungshilfe

  • Haftungsrahmen von € 20 Mio
    laut telefonischer Auskunft der NÖBEG ist das Fördervolumen derzeit (Stand 26.03.2020, 14:00) bereits erschöpft - eine Nachdotierung wird erhofft
  • Übernahme einer 80% Haftung zur Besicherung eines neu zu gewährenden Betriebsmittelkredites von bis zu € 500.000,00
  • Notwendige Liquidität soll zur Stabilisierung des operativen Betriebes beitragen; zB
    • Umsatzrückgang
    • Forderungsausfälle
    • Problemen bei Warenbezug
    • Ausfälle von Personal etc.
  • Laufzeit bis zu 5 Jahre
  • Von Seiten der NÖBEG sind keine Kreditsicherheiten erforderlich
  • Voraussetzung:
    • Niederösterreichische KMU der gewerblichen Wirtschaft und Tourismusbetriebe
    • Mitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer NÖ
    • Erfüllung der URG-Grenzen (> 8% Eigenkapital oder < 15 Jahre Schuldentilgungsdauer) gemäß letztem Jahresabschluss, dessen Stichtag nicht vor dem 31.12.2018 liegt
    • Unternehmensgründung vor 1.4.2019
  • Kosten:
    • Keine; die Bearbeitungsgebühr und die laufende Bürgschaftsprovision werden zu 100% vom Land NÖ übernommen
  • Erforderliche Unterlagen:
    • Letzter Jahresabschluss (nicht älter als 12/2018) inkl. Vorjahresvergleichszahlen
    • Aktuelle Saldenliste (nicht älter als 12/2019)
    • Aktuelle Kontonachrichten Sozialversicherung/Finanzamt
    • Kopie der Gewerbeberechtigung
    • Gesellschaftsvertrag (bei Personengesellschaften)
    • Kopie einer gültigen Legitimationsurkunde der handelnden natürlichen und vertretungsbefugten Personen (Führerschein, Reisepass etc)
    • Übersicht der bestehenden Verbindlichkeiten aus Krediten/Darlehen/Leasing/Haftung
    • Absichtserklärung oder Promesse des Kreditinstitutes
    • Selbstauskunft
  • Antragstellung

 

 

BURGENLAND

5. Härtefälle-Fonds des Landes Burgenland

  • Nicht rückzahlbarer Zuschuss für Fixkosten und Mietaufwände für Unternehmen, die aufgrund der gegenwärtigen Corona-Krise von behördlich angeordneten Schließungen bzw damit verbundenen Umsatzrückgängen betroffen sind
  • Rahmen iHv € 1 Mio
  • Förderzeitraum: 1.3. bis 30.6.2020
  • Förderbare Kosten:
    • Mietkostenzuschuss 50%, max. € 500,-
    • Fixkostenzuschuss 50%, max. € 5.000,-
  • Voraussetzung:
    • EPU und Kleinstunternehmen bis zu 9 Mitarbeiter (physische und juristische Personen und eingetragene Personengesellschaften)
    • Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft inkl Tourismus und Gastronomie
    • Betriebsstätte, für die eine Förderung beantragt wird oder der die Förderung zu Gute kommen soll, befindet sich im Burgenland
    • und die Betriebsstätte befindet sich in einer existenzbedrohenden Notlage
    • Keine Zahlungsunfähigkeit
  • Antragstellung:
  • Kombinationsmöglichkeit
    • Mit dem Kleinkredit „Coronavirus-Krise 2020“ des Landes Burgenland
    • Werden beide Förderungen gewährt, dient der Zuschuss zur Tilgung des Kredites

 

6. Überbrückungshilfe des Landes Burgenland

  • Coronavirus-Krise 2020
  • Übernahme von Ausfallbürgschaften für Betriebsmittelfinanzierungen (Exkurs Ausfallbürgschaft gem. § 1356 ABGB: subsidiäre Haftung, da der Ausfallbürge erst dann haftet, wenn die Eintreibungsmaßnahmen gegenüber dem Hauptschuldner erfolglos waren; davon besteht eine Ausnahme, wenn über das Vermögen des Hauptschuldners ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde)
    • Haftungsquote bis zu 80% des Kreditbetrages, höchstens € 1,5 Mio
    • Laufzeit bis zu 5 Jahre
    • Voraussetzungen:
      • Kleines oder mittelgroßes Unternehmen
      • der gewerblichen Wirtschaft
      • im Burgenland
      • Keine Zahlungsunfähigkeit
    • Kosten:
      • ab 0,5% p.a. risikoabhängiges Haftungsentgelt vom verbürgten Kreditbetrag;
      • kein Bearbeitungsentgelt
    • erforderliche Unterlagen:
      • Jahresabschlüsse 2018 und 2019 (bzw vorläufiger JA 2019)
      • Vorschaurechnung samt Erläuterungen für zumindest 12 Monate und Liquiditätsplanung
      • Unternehmensbeschreibung
      • Situationsbericht
      • Stellungnahme des Kreditinstitutes zum Förderantrag inkl Bonitätsklasse/Ratingergebnis
    • Antragstellung:
  • In Ausnahmefällen auch durch Vergabe von Kleinkrediten
    • Kredithöhte bis zu € 50.000,-
    • Laufzeit bis zu 5 Jahre
    • Risikoabhängige Sollzinsen ab 2,0% p.a.
    • Kein Bearbeitungsentgelt
    • Erforderliche Unterlagen siehe oben Ausfallbürgschaft (mit der Ausnahme der Stellungnahme des Kreditinstituts)
    • Antragstellung: