Unterstützungen für Kulturschaffende

Unterstützungen für Kulturschaffende

Stand 19.05.2020

NEU: Arbeitsstipendium für Künstler_innen in Wien! Für den Kulturbereich wurden eigene Unterstützungspakete geschaffen.

1. Unterstützung durch den Künstlersozialversicherungsfonds

  • COVID-19-Fonds des KSVF
    • iHv € 5 Mio
    • Antragsberechtigt sind Künstler_innen und Kulturvermittler_innen,  die beim Härtefallfonds der Bundesregierung (der über die Wirtschaftskammer abgewickelt wird) nicht antragsberechtigt sind. Dies beispielsweise weil dort bei Vorliegen einer Doppelversicherung oder Einkünften unter der Geringfügigkeitsgrenze derzeit keine Berechtigung besteht. Beim COVID-19-Fonds des KSVF hingegen besteht Antragsberechtigung auch wenn der Gewinn unter der Geringfügigkeitsgrenze von jährlich € 5.527,92 liegt oder eine Doppelversicherung besteht.
    • Das Einkommen vor Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen darf im letzten veranlagten Wirtschaftsjahr nicht höher als € 60.144 betragen haben (80% der Sozialversicherungs-Höchstbeitragsgrundlage); das entspricht (nach einer typisierenden Berechnung der WKO) einem Nettoeinkommen nach Sozialversicherung und Steuern von € 33.812; sollte kein Einkommensteuerbescheid vorliegen ist das Einkommen zu schätzen. 
    • Die Höhe der Auszahlung durch den Ksvf entspricht jener des Härtefallfonds des Bundes (abgewickelt über die Wirtschaftskammer); diese lautet:
      • Auszahlungsphase 1 als rasche Soforthilfe: bei einem Nettoeinkommen von weniger als € 6.000,00, Beihilfe von € 500,00 - bei einem Nettoeinkommen ab € 6.000,00 p.a. eine Beihilfe von € 1.000,00.
      • Auszahlungsphase 2 wird noch gesondert festgelegt

https://www.ksvf.at/covid-19.html

  • Unterstützungsfonds des KSVF

Unabhängig vom Coronavirus bestehender Fonds (Umfang € 500.000,00) zur Unterstützung von Künstler_innen mit Hauptwohnsitz in Österreich in Notfällen mittels Beihilfen

  • Antragstellung: https://www.ksvf.at/ein-notfall-was-nun-tun.html
  • die Gewährung der Beihilfen erfolgt durch den Fonds nach Maßgabe der Richtlinie und vorhandener Mittel
  • Eine Beihilfe kann grundsätzlich für sämtliche finanzielle Aufwendungen, die mit dem Notfall im Zusammenhang stehen, gewährt werden (ausgenommen sind Strafen, Steuern, Unterhaltsverpflichtungen, Rechtskosten und Sozialversicherungsbeiträge)
  • Als Notfall gilt eine aufgrund äußerer Umstände eingetretene schwierige Situation, die die Existenz, die Gesundheit, das Leben, die Berufsausübung oder ein menschenwürdiges Leben beeinträchtigt bzw bedroht
  • Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung des Corona-Virus, insbesondere die Absage von Veranstaltungen und die damit verbundenen Einkommensausfälle, sind ein unvorhersehbares/außerordentliches Ereignis, deren Nichtbehebung zu einem Notfall führt; (es wurde aber zusätzlich zum Notfallfonds parallel ein Covid 19 Fonds errichtet, siehe untenstehend) Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Notfallfonds oder Covid 19 Fonds:
    • Zumindest 6-monatiger Hauptwohnsitz in Österreich im Zeitpunkt der Antragstellung; in außergewöhnlichen Notsituationen können auch Ansuchen mit einer kürzeren Dauer des Hauptwohnsitzes berücksichtigt werden; Nachweis mittels Meldebestätigung
    • Künstlereigenschaft gem § 2 (1) K-SVFG wird vom Beirat überprüft, wenn diese nicht bereits im Zusammenhang mit dem Beitragszuschuss festgestellt worden ist
  • Höchstgrenze der Unterstützungsleistung pro Ansuchen € 5.000,00
  • eine Antragstellung sowohl beim COVID-19-Fonds als auch beim Unterstützungsfonds ist NICHT möglich

 

2. Kultur Katastrophenfonds von AKM, austro mechana und OESTIG

  • iHv 1 Mio Euro aus den Mitteln der SKE der Verwertungsgesellschaften
  • für die Mitglieder der Verwertungsgesellschaften AKM & austro mechana und der OESTIG
  • Zuschuss ausschließlich für Musik-Urherber_innen, die durch signifikanten Tantiemen- oder Honorarausfall in finanzielle Not geraten und dadurch existentielle Probleme bekommen; die regulären Tantiemenauszahlungen bleiben davon unberührt
  • Darlehen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen für den wirtschaftlichen Weiterbestand
    • für Urheber_innen und Verlage von musikalischen Werken
    • einmaliges Darlehen idH von max. € 15.000,00
    • zinsenlos
    • monatliche Rückzahlung in 15 Monatsraten beginnend mit Oktober 2020
    • Laufzeit max. 2 Jahre
    • Erforderliche Unterlagen: Individueller Antrag, der die finanzielle Notlage bzw den aktuellen Finanzbedarf sowie die weiteren Pläne ausreichend darlegt und eine eidesstattliche Erklärung
    • Bei Zahlungsverzug können vorhandene sowie zukünftige Tantiemenzahlungen bei AKM und/oder austro mechana bis zur vollständigen Tilgung des Überbrückungsdarlehens zur Kompensation der offenen Schuld herangezogen werden
  • Antragstellung AKM/austro Mechana mittels Formular über https://www.akm.at/ueber-uns/soziale-kulturelle-foerderungen-2/kultur-katastrophenfonds/
  • https://www.ske-fonds.at/rte/upload/download/darlehen_nach_corona-notfall.pdf
  • Antragstellung OESTIG https://www.oestig.at/de/OESTIG/Aktuelles_Veranstaltungen/iEvId__118.htm

 

3. Härtefallfonds des Bundes (Antrag über Wirtschaftskammer Wien)

Wie viele anderen Gruppen an Einzelunternehmen können auch Kunstschaffende den Härtefallfonds des Bundes (abgewickelt von der Wirtschaftskammer) in Anspruch nehmen. Details dazu finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag zum Härtefallfonds: https://www.steirer-mika.at/de/node/3117

Die wichtigsten Voraussetzungen:

  • Die wichtigsten Voraussetzungen für die Phase 2:
  • Es muss ein Härtefall vorliegen
    • Sie sind nicht mehr in der Lage, die laufenden Kosten zu decken oder 
    • von einem behördlich angeordneten Betretungsverbot aufgrund von COVID-19 betroffen oder 
    • haben einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% zum Vergleichsmonat des Vorjahres
  • Nachweis der Selbständigkeit durch
    • einen rechtskräftigen Einkommensteuerbescheid 
    • mit positiven Einkünften aus selbständiger Arbeit und/oder Gewerbebetrieb (inklusive ausländischer Einkünfte lt. Steuerbescheid)
    • aus dem Zeitraum 2015-2019 
  • Anmeldung zu einer gesetzlichen Sozialversicherung (Pflichtversicherung oder freiwillige Versicherung)
    • Mehrfachversicherungen führen zu keinem Ausschluss mehr
    • Pflichtversicherung muss nicht durch die selbständige Tätigkeit begründet sein
    • ausgenommen ist jedoch eine Mitversicherung als Angehörige
  • Ausnahme für Jungunternehmer: 
    • benötigen keinen rechtskräftigen Einkommensteuerbescheid
    • müssen den Nettoeinkommensentgang selbständig ermitteln und plausibel darstellen können (Details werden noch ausgearbeitet)
    • erhalten pauschalen Zuschuss iHv € 500,- pro Monat 
  • es besteht kein Anspruch auf Leistungen aus privaten bzw beruflichen Versicherungen zur Abdeckung von COVID-19 Auswirkungen
  • es ist kein Insolvenzverfahren anhängig und es besteht kein Reorganisationsbedarf 

https://www.wko.at/service/haertefall-fonds-foerderrichtlinie-phase2.html

 

4. Notmaßnahmen der Bildrecht

 

5. VAM-Katastrophenfonds

  • iHv € 250.000 (lt aktueller Auskunft ist dieser bereits zur Hälfte erschöpft)
  • Voraussetzungen:
    • Bezugsberechtigte der VAM, dh jene die über einen zum Zeitpunkt der Antragstellung seit mindestens 3 Jahren ununterbrochen aufrechten Wahrnehmungsvertrag mit der VAM verfügen
    • im Bereich der sozialen Einrichtungen wird auf eine aktuelle Notlage aufgrund der derzeitigen Coronavirus-Krise abgestellt
    • im Bereich der kulturellen Einrichtungen wir auf einen durch den Ausbruch des Coronavirus verursachten und nachweislichen Schaden abgestellt
  • max. € 10.000 je Bezugsberechtigter
  • Auskünfte zur Antragstellung und Antragsformular abrufbar unter: https://www.vam.cc/pflichtveroeffentlichungen/vam-katastrophenfonds/

 

6. Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden

  • Neue COVID-19-Notfallsklausel in den SKE Richtlinien, um soziale Notfälle, die durch Verdienstentgänge aufgrund von abgesagten Filmproduktionen bzw. sonstigen stornierten Aufträgen entstehen, abfedern zu können
  • Einmaliger Zuschuss bis max. € 4.500,-
    • Dient der Abwendung bedrohlicher sozialer Notlagen und NICHT der Kompensation entgangener Gewinne
  • Antragsberechtigt sind:
    • Physische Personen, die mit der VdFS mind. Ein Jahr vor Antragstellung einen Wahrnehmungsvertrag abgeschlossen haben und
    • Wenn Antragsteller_in aufgrund der Folgen des Coronavirus in wirtschaftliche Not gerät
  • Erforderliche Unterlagen:
    • Neben den allgemeinen Angaben für soziale Zuschüsse (Auflistung der monatlichen Fixkosten/Ausgaben, Belege über Einkünfte, sonstige Ausgaben und Informationen bzgl Mitgliedschaften und Förderansuchen bei anderen Verwertungsgesellschaften
    • Beschreibung der aktuellen Situation inklusive Begründung, warum der Zuschuss benötigt wird
    • Nachweise für das Entstehen der wirtschaftlichen Notlage
  • Antragstellung: per E-Mail an ske@vdfs.at

 

7. Arbeitsstipendium aufgrund von COVID-19

  • Von der Stadt Wien
    • Für freischaffende Künstler_innen und freiberufliche Wissenschafter_innen
    • die aufgrund der Corona-Krise in eine finanzielle Notlage geraten sind und
    • ihren Hauptwohnsitz in Wien haben
  • erforderliche Unterlagen:
    • kurze Darstellung des Vorhabens/Verwendungszwecks und kurze Darstellung der Betroffenheit von der Krise insbesondere Absage von Auftritten usw.
    • künstlerischer oder wissenschaftlicher Lebenslauf
    • Aktueller Meldezettel (Hauptwohnsitz Wien)
    • Kontaktdaten, Bankverbindung
    • Gewünschte Höhe der Förderung
  • Nicht Antragsberechtigt:
    • Student_in
    • Künstler_in oder Wissenschafter_in, die Einkünfte aus der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung oder Pensionsversicherung bezieht
  • Stipendium iHv einmalig max. € 3.000,- (projekt- und personenbezogen)
    • muss beim Härtefallfonds als Nebeneinkunft angegeben werden
  • Einreichfrist läuft bis 29. April 2020 und die Antragstellung kann ausschließlich über coronahilfe@ma07.wien.gv.at erfolgen
  • Nachweis für die Verwendung des Arbeitsstipendiums bis 31. Juli 2020 mittels kurzen Projektberichts