Details zum Corona-Hilfsfonds

Corona-Hilfs-Fonds
Corona-Hilfs-Fonds

Details zum Corona-Hilfsfonds

Stand 22.05.2020

Kredite mit staatlicher Garantie und Zuschüsse zu Fixkosten für von der Corona-Krise stark betroffene Unternehmen.

Neu: Antragstellung für Fixkostenzuschuss ab 20.05.2020! Erste Auszahlungen sollen bereits Ende Mai/Anfang Juni erfolgen!

Mit Garantien der Republik und direkten Zuschüssen soll der Liquiditätsbedarf der Unternehmen abgedeckt werden. Der Corona-Hilfsfonds wird von der neu gegründeten COFAG (Covid-19 Finanzierungsagentur) gemeinsam mit AWS, ÖHT und der österreichischen Kontrollbank abgewickelt. 

Die Richtlinie zum Fixkostenzuschuss sieht eine gestaffelte Antragstellung, beginnend ab 20. Mai 2020, vor.

Voraussetzung: „gesundes Unternehmen“ vor der Krise

Ein Problem für viele Unternehmen könnte das Kriterium sein, dass das Unternehmen vor der Krise (zum 31.12.2019) gesund gewesen sein muss und erst danach aufgrund der aktuellen Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten ist. Es wird die Definition für „Unternehmen in Schwierigkeiten“ aus der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung der EU (AGVO) herangezogen. Die Kriterien für ein gesundes Unternehmen sind demnach:

  1. GmbH: Es ist nicht mehr als die Hälfte des Stammkapitals durch Verluste verbraucht.
  2. Offene Gesellschaft, Kommanditgesellschaft: Es ist nicht mehr als die Hälfte der fixen Kapitalkonten durch Verluste verbraucht.
  3. Die Kriterien für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sind nicht erfüllt.
  4. Keine Rettungs- und/oder Umstrukturierungsbeihilfen erhalten

Bei Einzelunternehmen, KMU, die jünger als 3 Jahre sind und Einnahmen-Ausgaben-Rechner wird für die Beurteilung, ob ein gesundes Unternehmen vorliegt, nur auf die letzten beiden Voraussetzungen (3. und 4.) abgestellt. 

Unternehmen, die als groß gelten, müssen zusätzlich Bilanzkennzahlen im Bereich Verschuldungsgrad und Zinsdeckungsverhältnis erfüllen. Große Unternehmen sind solche mit mindestens 250 Beschäftigten (Vollzeitäqivalente) UND Jahresumsatz über 50 Mio Euro oder Bilanzsumme über 43 Mio Euro.

1. Garantien

Die Unternehmen sollen rasch Liquidität in Form von Krediten erhalten. Die Garantie der Republik deckt 90% der Kreditsumme ab. Für kleine und mittlere Unternehmen hat die EU-Kommission nun die Erlaubnis erteilt, dass auch eine Garantie von 100% möglich ist (bis Kreditsumme 500.000 Euro).

Die Obergrenze für einen Kredit mit Staatshaftung sind drei Monatsumsätze oder höchstens 120 Mio Euro. Der Kredit wird jedenfalls nur im Ausmaß des Liquiditätsbedarfs gewährt. Von einem Liquiditätsbedarf spricht man, wenn sich in der Betrachtungsperiode (01.03.2020-30.09.2020) ein Überhang aus den erwarteten Zahlungsverpflichtungen über die Zahlungseingänge ergibt. In Einzelfällen kann es zu Abweichungen des Betrachtungszeitraums kommen und sich auf bis zu 12 Monate verlängern. Zu den erwarteten Zahlungsverpflichtungen zählen Zahlungen aus dem operativen Geschäftsbetrieb, Kreditraten und Zinsen, bei denen die Fälligkeit bereits vor dem 16.03.2020 feststanden, und Steuern und Abgaben.

Die Laufzeit beträgt höchstens fünf Jahre, kann aber um bis zu fünf weitere Jahre verlängert werden. Die Anträge auf Kredite und Kreditgarantien sind ab 8. April bei der Hausbank zu stellen – es soll binnen einer Woche zu einer Auszahlung des Kredits kommen.

Wir empfehlen Ihnen daher, sich rasch mit Ihrer Hausbank in Verbindung zu setzen. Wir unterstützen Sie gerne bei der Vorbereitung der Unterlagen für den Antrag (Liquiditätsplanung, Planungsrechnung etc).

Es kommen ein Kreditzinssatz von höchstens 1% und Garantieentgelte (die von der EU verpflichtend vorgeschrieben sind) zwischen 0,25% und 2% (je nach Unternehmensgröße und Laufzeit) zur Anwendung.

Voraussetzungen

  • Standort und Geschäftstätigkeit in Österreich
  • Liquiditätsbedarf für den heimischen Standort
  • Aktiengesellschaften: Begrenzung von Vorstandsboni mit 50% der Vorjahresboni, keine Dividendenzahlungen vom 16.3.2020 bis 16.3.2021 aus den mit Staatsgarantie besicherten Krediten
  • "Gesundes Unternehmen" vor der Krise!

Nicht finanzierungsfähig sind

  • Umschuldungen von bestehenden Krediten
  • Investitionen
  • Aktiengesellschaften: Dividendenzahlungen von 16.3.2020 bis 16.3.2021, Aktienrückkäufe und Vorstandsboni über 50% der Vorjahresboni

Abwicklung

  • Kreditantrag mit unterfertigtem Formular (samt Anlagen) bei der Bank stellen
  • Die Bank unterfertigt den für sie bestimmten Teil des Formulars
  • Die Bank leitet den Antrag und alle Daten und Informationen über das elektronische Antragssystem an die zuständige Abwicklungsstelle weiter
  • Die Abwicklungsstelle kümmert sich um die Abstimmung mit der COFAG
  • Mit der Genehmigung durch die COFAG wir die Überbrückungsgarantie freigegeben und die Bank kann sodann den Kreditvertrag abschließen und die Zahlungen durchführen

Die Abwicklung erfolgt für Großunternehmen über die OeKB, für Klein- und Mittelbetriebe über die AWS sowie bei Finanzierungen für KMU der Tourismus-, Reisebüro- und Freizeitwirtschaft bis zu einem Kreditvolumen von € 1,5 Mio über die ÖHT und bei einem Kreditbedarf von mehr als € 1,5 Mio ebenfalls über die aws.

Details zu den unterschiedlichen Garantien unter https://www.steirer-mika.at/de/node/3427

 

2. Fixkostenzuschuss

Unternehmen mit einem corona-bedingten Umsatzrückgang von mindestens 40% und Fixkosten von insgesamt mindestens € 500 können einen nicht rückzahlbaren Zuschuss zu ihren Fixkosten beantragen. Der relevante Zeitraum erstreckt sich von 16. März 2020 bis 15. September 2020. 

  • 40-60% Umsatzausfall => 25% der Fixkosten werden ersetzt, max. 30 Mio
  • 60-80% Umsatzausfall => 50% der Fixkosten werden ersetzt, max. 60 Mio
  • 80-100% Umsatzausfall => 75% der Fixkosten werden ersetzt, max. 90 M

Die Auszahlung des Fixkostenzuschusses muss bis spätestens 31. August 2021 über FinanzOnline beantragt werden. 

Die Details zum Fixkostenzuschuss finden Sie unter https://www.steirer-mika.at/de/node/3426