Ausfallsbonus

Ausfallsbonus

Stand 17.02.2021

Der Ausfallsbonus kann seit 16.02.2021 für die Zeiträume November, Dezember und Januar beantragt werden. Aber Achtung: Der Ausfallsbonus kann nicht parallel mit dem Lockdown-Umsatzersatz I oder II oder der SVS-Lockdownkompensation in Anspruch genommen werden. Die Antragstellung ist noch bis 15.04.2021 möglich. 

Unternehmen:

  • mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich und
  • mit einer operativen Tätigkeit in Österreich, die in Österreich zu einer Besteuerung von selbständigen oder gewerblichen Einkünften führt (§§ 22 oder 23 des Einkommensteuergesetzes); eine Steuerbefreiung für gemeinnützige Organisationen steht dem Anspruch nicht entgegen.  
  • müssen sich im Zeitpunkt der Antragstellung steuerlich wohlverhalten haben. Vorgaben entsprechen dem „WohlverhaltensG“ (=Bundesgesetz, mit dem Förderungen des Bundes aufgrund der COVID-19-Pandemie an das steuerliche Wohlverhalten geknüpft werden), obwohl die Tatbestände wieder separat aufgelistet sind.
  • Erleidet im Betrachtungszeitraum (jeweiliger Kalendermonat) im Vergleich zum Kalendermonat des Vorjahres einen Umsatzausfall von mind. 40%.

Nicht anspruchsberechtigt sind:

  • Unternehmen, bei denen im Betrachtungszeitraum oder zum Zeitpunkt der Antragstellung ein Insolvenzverfahren anhängig ist.
  • Beaufsichtigte Rechtsträger des Finanzsektors, insb.: Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen, Wertpapierdienstleistungsunternehmen, Pensionskassen.
  • Im alleinigen Eigentum (mittelbar oder unmittelbar) von Gebietskörperschaften und sonstigen Einrichtungen öffentlichen Rechts stehende Einrichtungen.
  • Im mehrheitlichen Eigentum (mittelbar oder unmittelbar) von Gebietskörperschaften und sonstigen Einrichtungen öffentlichen Rechts stehende Einrichtungen, die einen Eigendeckungsgrad von weniger als 75% haben.
  • NPO sowie deren nachgelagerte Unternehmen und Unternehmen, die Zuschüsse aus dem NPO-Unterstützungsfonds beziehen.
  • Unternehmen, die zu Beginn des Betrachtungszeitraums mehr als 250 Mitarbeiter_innen gemessen in Vollzeitäquivalenten beschäftigt haben und die im Betrachtungszeitraum mehr als 3% dieser Mitarbeiter_innen gekündigt haben, statt Kurzarbeit in Anspruch zu nehmen.
  • Antragsteller, die nicht iSd Umsatzsteuergesetzes unternehmerisch tätig sind.
  • Unternehmen, die gegenüber einem oder mehreren Mitarbeiter_innen eine Kündigung aussprechen. Das Kündigungsverbot gilt vom 16. Februar 2021 bis zum Ablauf der Anzahl jener Tage, für die ein Umsatzersatz II beantragt wird.
  • Neu gegründete Unternehmen, die vor dem 01.11.2020 noch keine Umsätze erzielt haben. Ausnahme: Wenn vom antragstellenden Unternehmen ein schon vor dem 01.11.2020 existierender operativ tätiger (Teil-)Betrieb oder Mitunternehmeranteil übernommen bzw. fortgeführt wird.

Berechnung des Ausfallsbonus

  • Der Ausfallsbonus setzt sich aus einem Bonus (15%) und optional einem Vorschuss auf den FKZ 800.000 (15%) zusammen.
    • Für den Vorschuss muss einerseits ein Umsatzausfall von mind. 40% vorliegen und die Umsätze und die Fixkosten sind bestmöglich zu schätzen. Weiters verpflichtet sich der Antragsteller, bis zum 31.12.2021 einen Antrag auf Gewährung eines FKZ 800.000 zu stellen.
  • Als Betrachtungszeitraum wird auf den jeweiligen Kalendermonat abgestellt.
  • Die Höhe des Bonus und des Vorschusses FKZ 800.000 entspricht jeweils 15% des Umsatzausfalls.
  • Deckelung
    • Sowohl Bonus als auch Vorschuss sind mit jeweils € 30.000 pro Kalendermonat gedeckelt.
    • Weitere Deckelung aufgrund des beihilfenrechltichen Höchstbetrages von € 1.800.000.
      • Hier sind etwaige bereits erhaltene Förderungen miteinzubeziehen.
  • Bei Vorliegen der Kriterien eines UiS kann bei großen und mittleren Unternehmen nur eine Auszahlung auf Basis der De-Minimis-VO erfolgen (Deckelung € 200.000 – andere De-Minimis-Beihilfen aus den letzten 3 Wirtschaftsjahren miteinbeziehen)

Berechnung der Umsätze im Vergleichszeitraum

  • Als Vergleichszeitraum ist jener Kalendermonat aus dem Zeitraum März 2019 bis Februar 2020 auszuwählen, welcher dem Kalendermonat des Betrachtungszeitraums (November 2020 bis Juni 2021) gegenübergestellt werden soll:
    • Bsp.: Jänner 2021 wird mit Jänner 2020 verglichen; April 2021 jedoch mit April 2019

Der Vergleichsumsatz wird von der Finanzverwaltung wie folgt ermittelt:

a)    Monats-UVA oder 1/3 der Quartals-UVA.

b)    Die Summe der in der letzten rechtskräftig veranlagten USt-Jahreserklärung angegebenen Umsätze dividiert durch 12.

c)    Die Summe der in der letzten rechtskräftig veranlagten bzw. festgestellten Körperschaftsteuer-, Einkommensteuer- oder Feststellungserklärung angegebenen Umsatzerlöse dividiert durch 12.

Davon abweichend sind die Vergleichsumsätze vom Antragsteller bei der Beantragung des Ausfallsbonus anzugeben, wenn

a)    im Vergleichszeitraum folgende Umsätze erzielt wurden, die vom Antragsteller auszuscheiden sind:

  • Umsätze, die mit dem Verkauf eines oder mehrerer Grundstücke erzielt wurden, sofern der Verkauf ein Hilfsgeschäft darstellt.
  • Umsätze, die nicht mit einer operativen Tätigkeit in Österreich erzielt wurden bzw. zu keiner Besteuerung in Ö geführt haben.

b)    es aufgrund einer Umgründung oder des Erwerbs oder Verkaufs eines (Teil-)Betriebes oder Mitunternehmeranteils verglichen mit dem Vergleichszeitraum zu einer Änderung des Umfangs des Unternehmens im Betrachtungszeitraum gekommen ist. Als Vergleichsumsätze sind die Umsätze der vergleichbaren wirtschaftlichen Einheiten anzugeben.

c)    es sich um Unternehmen handelt, die an einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder an einer typischen stillen Gesellschaft beteiligt sind. Die anzugebenden Vergleichsumsätze haben den Umsatzanteil, der auf den Geschäftsanteil an der GesbR bzw. auf die Beteiligung an der atypischen stillen Gesellschaft entfällt, zu enthalten.

Berechnung der Umsätze im Betrachtungszeitraum

  • Der Umsatz im Betrachtungszeitraum ist vom Antragsteller der Finanzverwaltung bekanntzugeben. Es sind die nach den Vorschriften des UStG ermittelten Umsätze (Kennzahl 000 der Umsatzsteuererklärung) heranzuziehen. Abweichend davon können die nach den Vorschriften des EStG bzw. KStG ermittelten Umsatzerlöse herangezogen werden, wenn der Antragsteller Umsätze erzielt, die nach dem UStG nicht steuerbar sind, aber in Österreich gem. EStG bzw. KStG besteuert werden.

Neugründer

  • Dh. Unternehmen, die nach dem 31.12.2018 gegründet wurden und bei denen nicht ausreichend Daten für die Ermittlung des Vergleichsumsatzes vorliegen, wird der Vergleichsumsatz folgendermaßen ermittelt:
    • Die Summe der Umsätze für die Zeiträume ab dem Monat der erstmaligen Umsatzerzielung bis zum 31.10.2020, dividiert durch die Anzahl der Monate ab der erstmaligen Umsatzerzielung.

Ausschluss anderer Förderungen

  • Der gesamte Ausfallsbonus darf nur für Zeiträume gewährt werden, in denen
    • weder die SVS Lockdownkompensation
    • noch der Lockdown-Umsatzersatz I oder II gewährt wurden.
  • Die Gewährung eines Vorschusses FKZ 800.000 ist ausgeschlossen,
    • wenn bereits ein FKZ 800.000 beantragt wurde (gilt auch für Fälle einer Ablehnung) oder
    • wenn bereits ein Verlustersatz beantragt wurde. Wird ein Vorschuss FKZ 800.000 beantragt, schließt dies die Beantragung eines Verlustersatzes aus.

Antragstellung

  • über FinanzOnline durch den/die Steuerberater_in oder durch den/die Antragsteller_in selbst
  • Antragsfrist:   
    • Für Betrachtungszeiträume Nov. und Dez. von 16.02.2021 bis 15.04.2021.
    • Für alle anderen Betrachtungszeiträume ab dem 16. des auf den Betrachtungszeitraum folgenden Kalendermonats bis zum 15. des auf den Betrachtungszeitraum drittfolgenden Kalendermonats.
  • Die COFAG kann ein Ergänzungsgutachten anfordern bzw. erfolgen nachträgliche stichprobenartige Überprüfungen.